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Adib Fricke The Word Company® Wettbewerbsbeitrag
für die künstlerische Gestaltung des U-Bahnhof-Neubaus Olympia-Einkaufzentrum
in München Vorgeschlagen wird eine zweiteilige Arbeit aus Protonymen und aus Wörtern bestehenden Einheiten Das Ziel
der Wiederholung liegt in der Identität, Das
Ziel der sprachlichen Bezeichnung liegt in der Differenz. Die Arbeit von The Word Company besteht aus bedeutungslosen Wortschöpfungen (Protonymen) und "aus Wörtern bestehenden Einheiten", einer beschreibenden Formulierung für sloganartige Satzstücke oder andere Formen rhetorisch-prägnanter Sätze. Diese werden in gleichbleibender typografischer Form immer wieder neu in unterschiedliche Kontexte gebracht. Visuell stark hervorgehoben stehen sie meistens in farbigen Flächen und wirken innerhalb kommunikativer Infrastrukturen - zum Teil irritierend. Die Wahl der Flächen (z.B. Wandscheiben, Seiten einer Zeitschrift, Poster oder Flyer) wird aus dem Zusammenhang mit der Wortarbeit entwickelt. Als Arbeit im Raum nutzen die Farbflächen mit den Wörtern die Wände plakativ als Träger. Die nehmen architektonische Vorgaben beispielsweise als Bedingung ihrer eigenen Größe auf, ohne dabei die Architektur zu interpretieren oder zu verändern. Die entstehende Gesamtsituation mit ihren Möglichkeiten der Annäherung ist ein weiterer Teilaspekt neben anderen. Das
Wesen des Handlungsortes Als funktionales
Bauwerk verbindet der U-Bahnhof zwischen anderen Stationen: Bahnsteig,
Fahrkartenautomat, Rolltreppe und Gleisanlage ermöglichen die Nutzung.
Fahrtzielgerichtete Bedürfnisse bestimmen das Interesse, zu einer
Station zu gelangen. Bestimmend für einen Bahnhof sind Verben der (Fort)Bewegung: Ankommen, ab-, hin- und weiterfahren, ein-, aus- und umsteigen, hin-, weg- und durchgehen. Einzig "warten" erzeugt für einen Moment einen Zustand des Verweilens, dies aber mittelbar in Erwartung der baldigen Fortsetzung der Bewegung. "Treffen" charakterisiert die soziale Funktion des Bahnhofes - jeder öffentliche Platz ist potenzieller Treffpunkt. "Einkaufen" am Kiosk ist darüber hinaus pragmatische Zusatzmöglichkeit bei der Nutzung der Nahverkehrs-Infrastruktur. Bahnhöfe sind Schnittstellen zwischen Verkehrsmittel und Ziel, die U-Bahn ergänzt hier noch oben und unten. Wesentlich sind das Hinein- und Hinausgehen. Diese beiden Perspektiven greift die nachfolgend vorgestellte zweiteilige Arbeit auf. Bezeichnung
und Beschriftung Die Blicke der Fahrgäste richten sich auf Wörter, die plakativ im (Roll)Treppenbereich stehend sich selbst bezeichnen. Beim Zugang zu den Bahnsteigen sind sie sichtbar. Im Lauf der Zeit werden die Protonyme zu Synonymen für die Wege und Strecken, auf die sie zu verweisen scheinen. Andere auch neue Wortschöpfungen sind alternativ denkbar. Eine Entscheidung über die endgültige Wortwahl ist später zu treffen. Die Arbeiten werden in der von The Word Company festgelegteen Typographie gestaltet. Sie tragen das Signaturzeichen The Word Company. Genutzt werden (Teile der) Flächen, die über die zu den U-Bahnen führenden Treppen zu sehen sind. Writings
on the Wall Was du
gibts Für diese Flächen werden strategische Positionen im U-Bahnhof ausgewählt. Sie sind in unmittelbarer Nähe zu den Ein-, bzw. Ausgängen in den drei Schalterhallen plaziert. Sie sind Bezugspunkt im Gesamtsystem Bahnhof und gleichzeitig Schnittstelle zum Draußen, in dem sie die Wege beschriften. Zusammen bilden die Arbeiten ein Orientierungssystem, ohne als solches gekennzeichnet zu sein. Sie erzeugen ein Netzwerk und sind förderlich für den sozialen Aspekt des Bahnhofs als Treffpunkt, aber nicht Bedingung. In Beziehung zu den ungebundenen Protonymen deuten die aus Wörtern bestehenden Einheiten einen Hinweis an: Nenne, was du sagst. Ist es das Wort, was du gibst ? In dieser Form sind die Halbsätze zum Teil das Versprechen einer Antwort. Die Wiederholung der Struktur bei verändertem Verb lässt eine Antwort jedoch offen. Was Du nimmst, ist das Wort. Im Gegensatz zur Werbung, deren Prinzip ein uneingelöstes Versprechen ist, bieten die Wandarbeiten Raum zur (Selbst)Reflektion. Der Entwurf
geht von sechs bis acht Flächen aus. Adib Fricke
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