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Michael Hofstetter Promoting Paradise Konzept Die Gartenarchitektur visualisiert auf dem Dach des Betriebshofes Ost einen Ausschnitt aus der Planzeichnung der St. Gallener Klosteranlage. Dieser Plan - zu Zeiten Karl des Großen verbindliches Muster für alle Klöster im Reichsgebiet und Repräsentant des damaligen internationalen Stils - wird in Form von Blumen- und Gräserrabatten nachgezeichnet. Die Farben der gewählten Blumen und Gräser - Orange und Grau - orientieren sich am verbindlichen Erscheinungsbild der städtischen Entsorgungsunternehmen und an der Architektur des Betriebshofes Ost. Der Dachgarten verbindet sich in Form und Farbe mit dem bestehenden architektonischen Elementen und bildet ein Signet für den Bau, welches von der vorbeifahrenden S-Bahn aus einzusehen ist. Die Werbekampagne
benutzt diesen Dachgarten als Location für eine Fotosession. Mit
drei Personen (Bundesumweltminister Jürgen Trittin, Adam und Eva)
wird eine Bildabfolge fotografiert, die in der Art einer Fotostory für
das Trennen von Müll wirbt. Von sechs Fotografien werden Plakate
für die bestehenden Plakatständer der Müllwagen hergestellt.
Auf diese Weise bewegt sich das zum Signet der Architektur gewordene Motiv
des Dachgartens in sechs verschiedenen Ansichten durch die Stadt und wird
so der Öffentlichkeit vorgestellt. Idee Die Statik des Gartens
kontrastiert mit der Dynamik der Fotostory und ihrer Verbreitung durch
die Müllwagen. Das gewählte Gartenparadigma, der mittelalterliche
Klostergarten (hortus conclusus), steht für einen geschlossenen Güterkreislauf,
in dem keine Energie verloren geht. Als Abbild göttlicher Weltordnung
ist dieses Gartenmodell, wenn auch nicht mehr gesellschaftlich bewusstes
- Leitbild der hierzulande propagierten und betriebenen Müllverwertung
in Form eines Recyclings. "Promoting Paradise" vergegenwärtigt
mit seiner Gartenarchitektur auf dem Dach des Carports dieses mittelalterliche
Modell. Michael Hofstetter
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