Monika Kapfer:
Wegweiser, 2016


Haus für Kinder - Münchberger Straße 25
Architekt: Zwischenräume Architekten + Stadtplaner, München
 

Einzelwerk
   

6 Schilder, pulverbeschichteter Stahl, 3,40 m hoch




Was ist das? Eine blaue Blume, ein gelber Dreistern, ein violettes Gesicht? Den Weg zum Eingang des „Hauses für Kinder“ an der Münchberger Str. 25 markieren rätselhafte Zeichen in kontrastreichen Farben. „Wegweiser“ heißt das Kunstwerk am Bau, das die Münchner Künstlerin Monika Kapfer entwarf. Dafür kreierte sie sechs bis zu 3,40 Meter hohe Schilder aus pulverbeschichtetem Stahl, die auf den ersten Blick vertraut wirken, aber nicht lesbar sind.

„Punkte und Richtungen“ beschreibt Kapfer ihre Grundelemente. Als Farben wählte sie Rot, Gelb und Blau, ergänzt durch Grün, Grau, Oliv, Pink und Violett. Die prägnanten Signets entwickelte sie aus Figuren wie Kreis, Linie und Dreieck und spielte dabei mit der Anzahl von zwei, drei, sechs und deren Verdopplung. Denn alle Schilder sind zweischichtig: Sie bestehen aus zwei im Abstand von fünf Zentimetern und leicht verschoben aneinander montierten Stahlplatten, so dass die beiden Seiten in der Ansicht variieren.

Am Anfang steht ein Zeichen mit jeweils sechs runden Ausbuchtungen. Es folgt ein Symbol, das an eine einfache molekulare Struktur erinnert: Von der Mitte gehen je drei Strahlen aus, die in Kreise münden. Aus einem weiteren Rundschild sind drei kleinere Kreise ausgeschnitten, die wie weit aufgerissene Augen und ein offener Mund aussehen. Und am Ende, dort wo der Weg ums Eck zum Hauseingang führt, steht ein Signet mit zwei übereinandergelegten Dreiecken, deren Ecken gerundet sind. Geht man die etwa 30 Meter lange Strecke aus der anderen Richtung entlang, weisen die Schilder dieselbe Form auf, nur die Farben wechseln.

Nicht zuletzt weil das Haus für Kinder im Wortsinn am Stadtrand steht – dahinter beginnen Wiesen und Felder –, prägen diese Objekte im Außenraum die Identität des Gebäudes entscheidend mit. Zugleich fangen Monika Kapfers „Wegweiser“ den Blick, bündeln die Gedanken – und führen direkt ins Reich der eigenen Fantasie.

Roberta De Righi

Fotos: Hans Engels