Kunstkommission


Die Münchner Kunstkommission


Jeweils für drei Jahre vom Stadtrat bestellt, berät die "Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum" Stadtrat und Verwaltung bei künstlerischen Maßnahmen in Zusammenhang mit städtischen Bauvorhaben - also bei kommunalen Hochbauten, bei U-Bahnhöfen, bei der Neugestaltung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen, ja manchmal sogar bei Maßnahmen der Stadtentwässerung. Bis zu 30 Projekte werden in einer Amtsperiode behandelt, wobei zumindest zahlenmäßig Kindergärten und Schulen als häufigste kommunale Bauaufgabe dominieren. Außerdem wird auch bei Kunstschenkungen und bei Projekten nichtstädtischer Träger für den öffentlichen Raum eine Stellungnahme der Kommission eingeholt.

Die Kommission ist - und das dürfte in Deutschland einmalig sein - mehrheitlich mit Kunstfachleuten besetzt. Ihre Zusammensetzung besteht derzeit aus
- 4 Mitgliedern des Stadtrates
- 6 Künstlerinnen und Künstlern
- 1 Kunsttheoretikerin
- 1 freischaffenden Architektin (Landschaftsarchitektin)
- dem jeweils planenden Architekten bzw. der jeweils planenden Architektin

Die Verwaltung ist in der Kommission nicht stimmberechtigt. Dem Stadtrat war es wichtig, ein kompetentes, von Experten bestimmtes und von Verwaltungsstrukturen unabhängiges Beratungsgremium zu schaffen. Alle betroffenen Institutionen werden - im Rahmen ihrer Zuständigkeit - beratend einbezogen. Ebenso die künftigen Nutzer beziehungsweise ihre Vertreter/-innen. Das künstlerische Urteil ist jedoch den stimmberechtigten Mitgliedern der Kommission vorbehalten.

Die Stadtratsmitglieder der Kommission sind in der Regel Vertreterinnen und Vertreter des Kulturausschusses, die dem Gremium mit Sachkenntnis, aber auch mit der nötigen Distanz und politischer Erfahrung beratend zur Seite stehen. Durch sie ist außerdem die Information über die kulturellen Intentionen und Gesamtaktivitäten der Stadt gewährleistet.

Bei den Mitgliedern aus der Künstlerschaft wird vorausgesetzt, dass sie in ihrem künstlerischen Schaffen beispielhafte Leistungen erbracht haben. Sie sollten Erfahrung mit Projekten im öffentlichen Bereich haben. Da die Mitglieder der Kommission für die Dauer der dreijährigen Amtsperiode von Aufträgen ausgeschlossen sind, nominiert man vorzugsweise Künstlerinnen und Künstler, die bereits einmal einen Auftrag der Stadt erhalten haben. Weiterhin wird darauf geachtet, dass möglichst viele künstlerische Sparten in der Kommission vertreten sind.

Die Theorie-Position in der Kommission hat sich bewährt in der kritischen Distanz zu den praktizierenden Künstler/innen und ganz besonders bei der internen und externen Vermittlung. Häufig kann eine Entscheidung von Laien nur nachvollzogen werden, wenn die künstlerischen Intentionen und die kunsthistorischen Bezüge transparent gemacht werden können.

Die Vertreter/innen der Architektenschaft sollen die Architekturbelange in der Kommission vertreten. Natürlich wünscht man sich in einem derartigen Gremium Leute, die Erfahrung mit Kunst und Architektur haben oder zumindest Offenheit und Interesse für Kunst besitzen.

Dass die Kommission paritätisch besetzt ist, sollte heutzutage bei einem demokratischen Gremium selbstverständlich sein. Männer und Frauen sind also gleichermaßen vertreten.

Durch die längerfristige Tätigkeit der Kommission entwickelt sich ein Erfahrungspotenzial, das zu einer permanenten Optimierung der Verfahren und Modelle führt. Das unterscheidet die Kommission ganz wesentlich von einer Jury, die nur kurzzeitig bei einem bestimmten Projekt zusammentrifft. Bei sehr umfangreichen und differenzierten Vorhaben wird mitunter in Arbeitsgruppen eine Strukturierung des anstehenden Aufgabenfeldes erarbeitet. Im Einzelfall werden externe Fachleute mit vorbereitenden Studien beauftragt oder Fachleute anderer Disziplinen beratend zugezogen.

Die Geschäftsführung der Kommission liegt beim Baureferat, das für die meisten kommunalen Bauvorhaben verantwortlich ist. Die derzeitige Geschäftsführerin ist Monika Pemler.



Mitglieder der amtierenden Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum
(Amtsperiode 2008-2011)


Mitglieder des Stadtrates   Stellvertreter/-innen
StRin Monika Renner (SPD)   StR Dr. Reinhard Bauer
StR Dr. Florian Roth (DIE GRÜNEN/Rosa Liste)   StR Thomas Niederbühl
StRin Ursula Sabathil (CSU)   StR Dr. Reinhold Babor
StRin Christa Stock (FPD)   StR Dr. Michael Mattar
     
Kunstsachverständige   Stellvertreter/-innen
Scarlet Berner   Lena Bröcker
Daniel Bräg   Cornelia Büschbell
Heike Döscher   Stefan Eberstadt
Dr. Cornelia Gockel   Beate Engl
Heribert Heindl   Stephan Fritsch
Jörg Koopmann   Stefan Kalmár
Bruno Wank   Alexander Laner
     
Freie Architekten/-innen   Stellvertreter
Dipl. Ing. Stefanie Jühling   Dipl.-Ing. Julia Mang-Bohn
     
Planende Architektin/ Planender Architekt
N. N. (Stimmrecht beim jeweiligen Projekt)