< zurück Wettbewerb 1: Auer M ühlbach / Am Neudeck  
 

 

Susanne Pittroff

Projektvorschlag

Ein zwölf Meter langer Steg ragt aus dem Hang des Nockerbergs über den Bunker an der Ohlmüllerstraße.
Material: Stahl, der Unterbau ist farbig gefaßt. In die T-Träger ist eine Lichtlinie integriert.
Anschluß in den Hang durch eine geschnittene Hecke (Eibe).
Der Steg steigt um 15 Grad an und liegt auf dem Bunker auf einem 50 cm hohen Dreieck aus Stahl. Das Objekt scheint zu schweben. Es wird unsichtbar durch ein Betonfundament im Hang stabilisiert.
Die Plattform führt 3,50 Meter über die Bunkerkante hinaus und weist auf den Austritt des Auermühlbach hin, der an dieser Stelle mit viel Lärm und hoher Geschwindigkeit aus dem Tunnel fließt. Darüber hinweg eröffnet sich für den Betrachter die Flucht der Ohlmüllerstraße in Richtung Isar. Man kann von hier den ganzen Hang hinunter bis zur Straßenbahnhaltestelle Mariahilfplatz blicken.
Und umgekehrt: Auch von der Stadtseite aus ist dieser Aussichtspunkt sehr markant. Selbst von der anderen Seite des 200 Meter langen Weges (Standort Gefängniseingang) ist er ein "Point de vue". Da der Fluß sehr tief fließt, erhebt sich der Steg wie aus einer Schlucht.

Auf dem Rückweg geht man auf eine Bank zu. Sie ist Teil des Betonmäuerchens, welche die in Würfel geschnittene Eibe einfaßt.

Nachts verändert sich dieses Objekt noch einmal - nur eine leuchtend blaue Linie führt aus dem Wald.

Das Gelände ist durch den Hang gekennzeichnet, der mit Wegen durchzogen eine grüne Oase bildet. Gegenüber stehen Jugendarrest, Frauenvollzugsanstalt, Landratsamt und Polizei nebeneinander. Strukturierendes Element sind die vielen Gitter vor den Fenstern, die einen nur ahnen lassen, was sich dahinter abspielt. Eine Abgeschlossenheit, deren Nähe man nicht sucht.

Der Steg setzt sich über die Topographie des Geländes fort und schwebt über den Relikten aus der Vergangenheit. Der Bunker aus dem zweiten Weltkrieg war ursprünglich als Quellwasserspeicher errichtet worden. Der Steg ist öffentlich begehbar. Er führt die Besucher an einen Aussichtspunkt, der neue Blickwinkel und Perspektiven zeigt.

Susanne Pittroff