< zurück Wettbewerb 2: U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring

 

Franz Ackermann

 

Franz Ackermann setzt sich in seinen Arbeiten mit den Wünschen der Menschen auseinander und erforscht, wie diese durch Werbung und Kulturindustrie beeinflusst und geprägt werden. Insbesondere der Tourismus, eine der gewinnträchtigsten Einnahmequellen der westlichen Welt, stellt er in seinen Arbeiten an den Pranger. „Tourists Are Money" sang die englische Punk-Band Sex Pistols 1977 in ihrem Song God Save the Queen. Zwanzig Jahre später griff Ackermann den Satz anlässlich der Ausstellung Urban Living auf und schrieb ihn mit schwarzen Lettern an die Wand des Ausstellungs-raums. Seither sind Formen der Ortsbesetzung sein künstlerisches Thema. Er reflektiert, wie Tourismus in Kultur-Terrorismus umschlägt.
Seine Serien großformatiger Bilder, die er auch auf den Wänden der U-Bahnstation Georg-Brauchle-Ring anbringen wird, nehmen mit den Mitteln der Malerei kulturelle Formen der Vereinnahmung in den Blick. Darin kombiniert er mediale und virtuelle Ansichten von der Welt und führt die mit dem Tourismus verbundene Zerstörung des realen Raumes vor. Reiseerfahrungen, touristische und wirkliche Bildwelten, die auf Bilder von Architektur und Städtebau zurückführen, finden Eingang in seine Arbeit.
Er versucht aber auch seinen eigenen, inneren „Weltraum" zu präsentieren. Der Titel „mental maps" – wie Ackermann seine großformatigen Arbeiten nennt – verweist auf die Versuche des Stadtplaners Kevin Lynch, der Versuchspersonen Stadtpläne aus dem Gedächtnis zeichnen ließ, um so die völlig unterschiedlichsten Sichtweisen von sozialen, Alters- und Berufsgruppen zu erforschen. Auch Franz Ackermann hat eine „mental map" angelegt, in der Raumeindrücke, Architekturerfahrungen, Kultur- und Farberlebnisse ineinanderfließend sichtbar werden.

Redaktion: Baureferat