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Studio Azzuro (Leonardo Sangiorgi und Rainer Bumke)

Zwei alternative Vorschläge für die Herstellung eines interaktiven Videos für das Projekt MÜNCHEN 2000

Der Turm der Zeit
Der Turm des Lebens

Interaktive Videoinstallation für 100 Monitore, akustische Sensoren und digitale Bilder

Der Wasserfall
Interaktive Videoinstallation für 100 Monitore, akustische Sensoren und digitale Bilder

Vorprojekt 1. Version, Juni 1997

Präambel

Wir präsentieren in diesem Abschnitt zwei Installationsvorschläge für die gekennzeichneten Räume. Es handelt sich nicht um eine Alternative zur vorherigen Videoausstattung, sondern um ein anderes Konzept, wie man das Problem eines Multimediaereignisses in einem architektonischen Ambiente bewältigen kann.
Es ist klar, dass anders als beim vorherigen Projekt, das sich in einem größeren Raum abspielt, in diesem Fall die Wahl, in einfachen, definierten Räumen zu arbeiten, auch eine Neubemessung des Einsatzes und der finanziellen Mittel zur Folge hat. Bei diesen beiden Projekten führt eine größere Individualisierung der Räume zu einer größeren Transparenz der Installationen. Dem „monumentalen" Effekt und dem Konzept, und damit dem Symbol des Projektes, wird eine größere Eindringlichkeit verliehen.

Diese bewusst stärkere Transparenz gestaltet die Wahrnehmung und die Deutlichkeit des Werkes unmittelbarer und klarer, vielleicht nur zum Nachteil der Diskretion und Leichtigkeit des vorherigen Projektes. Das beeinträchtigt für uns aber absolut nicht die Arbeit, es ändert sich nur der Ansatz des allgemeinen Projektkonzepts.

Der Turm der Zeit
Der Turm des Lebens

Interaktive Videoinstallationen für 100 Monitore, Sensoren und digitale Bilder
Dieser erste Installationsvorschlag ist sowohl für außen als auch für innen gedacht.
Das Projekt Der Turm der Zeit ist speziell dafür konzipiert worden, um als Rahmenstruktur um den Turmumfang angebracht zu werden. Die Installation besteht aus drei konzentrischen Monitorringen, die übereinander versetzt angebracht werden. Die Monitore werden Teil einer tragenden Struktur sein, die an die Architektur angehängt wird.
Alle Monitore werden mit einem digitalen Bilderreproduktionssystem verbunden sein; das Reproduktionssystem ist seinerseits mit einem Computer verbunden, der über eine Direktverbindung mit einer Wetterstation verfügt, die an der Turmspitze angeschlossen ist.

Die von der Wetterstation verarbeiteten Änderungen der klimatischen Verhältnisse, die vom Computer interpretiert werden, führen zur Anzeige von eigens geplanten Bildern oder Bildergruppen auf den Bildschirmen.
Die Bilder bestehen im Wesentlichen aus Beispielen von Naturelementen und wurden so entworfen, dass sie aus der Ferne betrachtet und nicht nur aufgrund des Subjekts, sondern auch wegen der farbigen Flächen erkannt werden können, die die Beispiele der Elemente hervorrufen.

Mittelbedarf
Witterungsbeständige Metallstruktur zur Befestigung der Monitore
100 Monitore 28"
Eine digitale Wetterstation
Einen Computer für die Verwaltung der Bilder in Abhängigkeit zu den Wetterdaten
Ein digitales System für die Archivierung des visuellen Materials
Eine Kreuzmatrix für die Verteilung der Bilder auf den Monitoren

Der Turm des Lebens

Die Innenversion des Turmprojekts trägt den vorläufigen Namen Der Turm des Lebens und wird von der Spiralform der menschlichen DANN inspiriert.

In diesem Fall würde sich eine einzige Monitorreihe in eine doppelte Spirale von unten nach oben und umgekehrt um die zylindrische, architektonische Struktur herum auflösen.

Die Installation könnten zusammen mit den Trägersäulen der Gemeinschaftsräume, in Nähe der großen Korridore der Treppen und der großen überdachten Höfe erfolgen.

Das Regiekonzept für die Bilder allgemein, könnte das gleiche sein, wie beim externen Projekt, während die Visualisierung diesmal durch Photosensoren oder erneut durch akustische Sensoren aktiviert und durch ein stärkeres Laufen der Bilder zwischen den Bildschirmen gekennzeichnet sein könnte.

Spezielle Aufmerksamkeit und Bedeutung muss letztendlich das musikalische Projekt erhalten, das in diesem besonderen Ambiente zur Bereicherung und Ergänzung des Werks beitragen soll, ohne die Funktionen des architektonischen Raums zu verändern oder zu beeinträchtigen.

Mittelbedarf
Widerstandsfähige Metallstruktur, die geeignet ist, die doppelte Farbmonitorspirale zur Unterstützung der Monitore zu halten
100 Monitore 28"
Ein digitales System mit akustischen Sensoren und Photomeßgeber
Eine Kommunikationskarte zwischen den Sensoren und dem PC
Ein Computer für die Verwaltung der Bilder
Ein digitales System für die Archivierung des visuellen Materials
Eine Kreuzmatrix für die Verteilung der Bilder auf den Monitoren
Ein System für die Klangverteilung

Der Wasserfall
Interaktive Videoinstallation für 100 Monitore und akustische Sensoren und digitale Bilder

Der zweite Vorschlag, den wir vorstellen, ist ausdrücklich für Innenräume gedacht, speziell für die großen Gemeinschaftsräume, in denen die Architektur ihre vertikale Entwicklung zeigt, ihre am stärksten charakteristischen und evidenten perspektivischen Verkürzungen, wo ein Dialog mit dem Raum stattfindet und das Licht dem Beobachter, wenn auch verschleiert, Konzepte von mitreißender und suggestiver Präsenz und Monumentalität suggeriert...

Bereits im Titel offenkundig wird unsere Intention das Fließen des Wassers in einem Wasserfall auf visuelle Art nachzuempfinden (beliebtes Thema in einem Teil der Studien von Leonardo da Vinci), vermittelt und filtriert durch die neuen visuellen Kommunikationssysteme und über ausgeklügelte elektronische Techniken.

Die Intention ist es, eine Art elektronisches „Zen-Garten" zu schaffen, einen Ort des Lichts, wo man anhalten kann, wenn man möchte und seinen Gedanken freien Lauf lassen kann. Kleine Gesten, leichte Bewegungen des Beobachters können auf das Fließen des Wassers auf den Bildschirmen des Wasserfalls Einfluss nehmen. Im Gegensatz zu einer gewissen Stattlichkeit zeigt und bedarf die Installation nur minimaler und diskreter Manifestationen der Präsenz der Natur und des Menschen, wer die Möglichkeit hat stehen zu bleiben, hat Zeit für eine kurze Gedächnisübung, um ein wenig seiner inneren Zeit wiederzuerlangen und sich selbst Augenblicke der Reflexion zu gewähren.

Die Installation besteht aus nebeneinander stehenden Monitorsäulen; die Säulen zeigen am Beginn und am Ende Monitorsektionen, die leicht gekrümmt angeordnet sind, damit der „Wasserfalleffekt" der Installation natürlicher und weicher erscheint und damit die Verbindung mit der Architektur leichter hergestellt werden kann. Die Monitorsäulen haben unterschiedliche Abmessungen und Krümmungen und ab und an stehen auf ihrem vertikalen Abschnitt Monitore hervor, die wie Felsen wirken sollen, über die das elektronische Wasser spielerisch fließt und aufspritzt.
Der Fluß der Bilder und der entsprechenden Tonuntermalung und damit der Bewegung des Wassers, das sprudelt und fließt, kann durch leichte Bewegungen und Töne aus dem Publikum verändert werden, das eigens auf der Oberfläche der Installation angebrachte Sensoren empfangen.

Mittelbedarf
Widerstandfähige Metallstruktur, die geeignet ist, die doppelte Farbmonitorspirale zur Unterstützung der Monitore zu halten
100 Monitore 28"
Ein digitales System mit akustischen Sensoren und Fotomeßgebern
Eine Kommunikationskarte zwischen den Sensoren und dem PC
Ein Computer für die Verwaltung der Bilder
Ein digitales System für die Archivierung des visuellen Materials
Eine Kreuzmatrix für die Verteilung der Bilder auf den Monitoren
Ein Klangverteilungssystem

Studio Azzuro