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Ecke Bonk Auch Platons Höhle ist ein Raumschiff Es sollte gleich zu
Anfang angesprochen werden da es viel zu selten in unseren Überlegungen,
Planungen und Konstruktionen vorzukommen scheint: Aber es ist nicht nur dieser Planet, der dich im freien Fall mit ca. 30 km/sek fortbewegt. Das Sonnensystem als ganzes nicht nur in seinen Bestandteilen reist mit hoher Geschwindigkeit (ca. 250km/sek) um ein entferntes Zentrum der Galaxis, die auch ihrerseits in Bewegung ist. Der Planet Erde gehört so zu einer Art Flottenverband, der als Antriebskraft und Motor eine gewaltige Energiequelle, ein Zentralfeuer, im Zentrum hat; wobei die Masse aller Trabanten nur etwa 0,1% dieses Zentralsystems, unserer Sonne, beträgt. Soviel zunächst als eine Art Folie, als Projektionsfläche: Als Beitrag zu einer Gestaltung der U-Bahnstation Olympiazentrum soll nun das zur Verfügung stehende Budget für ein einziges Objekt aufgewandt werden: das in Form eines maßstabsgetreuen Modells die Grundgegebenheiten unserer planetaren Existenz in einem Sonnensystem reflektiert. Gegebenheiten, die sich letztlich noch in den feinsten Stoffwechselprozessen unserer Sinnesphysiologie abgebildet finden. Dazu wird ein 1: 10
hoch 11 cm Modell unserer Sonne bzw. der relativen Größe der
sie umgebenden neun Planeten unseres Sonnensystems gefertigt; und bildet
damit einen Kristallisationskeim für eine weitergehend verschüttetet
aber nicht verschwundene kollektive Erinnerungsspur. Dieser
im öffentlichen Raum positionierte kulturelle Assoziationspunkt soll
in einem Material realisiert werden, das einerseits seit jeher
und quer durch alle Kulturkreise mit der Sonne in Verbindung gebracht
wird, und das durchs einen magisch-mythogenen, unterirdischen Fundort
und besonders aber durch die wechselhafte, zum Teil verhängnisvolle
Geschichte im Zentrum von Macht, gesellschaftlichen Wertesystemen und
den daraus resultierenden vielfachen Erscheinungsformen an Bedeutung nie
verloren hat: Das
1: 10 hoch 11 cm Modell unserer Sonne soll aus dem Element mit der Ordnungszahl
79 d.h. aus Gold hergestellt werden. In der Äquatorebene dieser maßstabsgetreuen Sonnenkugel werden in Form von exakten Bohrungen, bzw. Halbkugelförmiger Ausfräsungen die Größe der zugehörigen Planeten verzeichnet sein. In diesem Maßstab beträgt z.B. Der Durchmesser der Erde 1,276mm. Die so dargestellten Abmessungen sollen unter Einsatz genauer Fertigungsmethoden (z.B. Lasertechnik) eine Nanometer Präzision aufweisen. Dieser Sonnenglobus wird in einer Art kleinem Wandsafe aufgestellt, der mit einem bruchsicherem Glas verschlossen sein wird. Auf der Scheibe, bzw. auf dem Rand des Stahlrahmens ist der Satz: ... auch Platons Höhle ist ein Raumschiff!" eingraviert. Zusätzlich die Angabe: Sonnensystem: Modell 1: 10 hoch 11 cm" und eine entsprechende Liniengrafik. Die entgültige Anbringung der Vitrine in der U-Bahnstation OEZ wird in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat, den Architekten und den Bauträgern entschieden. Es soll aber nach einer zentralen, gut zugänglichen Position gesucht werden. Von einer zusätzlichen Gestaltung der in der Ausschreibung vorgesehenen Fläche wird abgesehen. Diese Flächen sollten sich von der von den Architekten geplanten Verkleidung der übrigen Wandflächen nicht unterscheiden. Obwohl technisch kaum realisierbar, vermutlich wegen der Verbauung über der U-Bahnstation, sollte ein weiteres Detail diese Konzepts zumindest Erwähnung finden. In der Geschossdecke könnte sich eine Öffnung (gefasst in eine 13,9 cm Durchmesser Edelstahlröhre) befinde, durch die an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Stunde/Minute (z.B. der Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni) die Vitrine, d.h. die darin befindliche Kugel aus Gold für einen kurzen Moment vom Licht der Sonne selbst beschienen wird. Eine solche kalendarische, heliozentrische Orientierung gibt es nicht nur bei den Tempelbauten der Ägypter, sondern findet sich auch in der Anlage von Stone Henge, aber auch in neuerer Zeit in der Anordnung der Skulpturen von Constantin Brancusi in Tirgu Jiu, der Architektur von Corbusier und den Land-Art Arbeiten von Walter de Maria in der Wüste von New Mexiko.
Hinzu kommt, dass auch die aller ersten Observatorien sich in tiefen Schächten meist ausgetrockneten Brunnen befunden haben. Das derartig verkleinerte Fenster" reduzierte nicht nur das störende Streulicht der Atmosphäre. Mit diesen vergrabenen" Sternwarten wurden in der Antike bereits sehr genaue Kenntnisse über Himmelsmechanik und die Planetenbahnen erworben. Ecke Bonk |
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