< zurück Wettbewerb 5: U-Bahnhof Olympia Einkaufszentrum  
 

 

Stefan Hoderlein

U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum, München

Auf monochrom-farbig gestalteten Wänden sollen großflächig hinterleuchtete Wände aus Kleinbild-Dias an verschiedenen Auf- und Abgängen zu den Abstiegen, sowie in der Schalterhalle angebracht werden. Sie werden nach dem Farbverlauf sortiert und angeordnet und bestehen aus den gleichen beiden Farben wie die Anstriche der U-Bahn-Röhren.

Wegkreuzungen waren in der Menschheitsgeschichte schon immer Orte besonderer Bedeutung: Hier begegneten sich, gewollt oder zwangsläufig, Wesen verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichsten Zielen.
Der Austausch von Waren und Glaubensrichtungen sorgte für gegenseitige Anregung. Bewegung und Entwicklung der Kulturen der sich hier Treffenden, und hielten sie so lebendig (denn eine Kultur ohne Entwicklung verkommt zur Folklore).
Angesichts einer modernen U-Bahn lässt sich staunen über die hohe Entwicklungsstufe der Menschheit, über den Fortschritt zu einer Kultur der Abstraktion. Es offenbart sich der lange Weg der Menschheit vom tierhaften Sein zum Bewusstsein, bzw. „bewussterem Dasein". Die ameisenhafte Geschäftigkeit der zu Transportierenden zeigt aber gleichzeitig das wohl unüberwindbare immer währende menschliche Spannungsverhältnis zwischen Individualismus und Herdentrieb, verweist so auf ihre Herkunft als Natur – und weniger Kultur-Wesen.

Die in meinem Gestaltungsvorschlag benutzten Bilder spiegeln diese Entwicklung von Natur- zu Kulturgesellschaft wieder. Tausende Dias von Natur- Straßen und Stadtansichten, gesammelt in der „realen" und der Medienwelt – in ihrem Inhalt betont und klar erkennbar durch jeweilige farbliche Gestaltung verschmelzen zu großen hinterleuchteten Mosaikflächen.
Die am Schnittpunkt der beiden U-Bahn-Linien, an ihren Auf- und Abgängen, sowie in der Schalterhalle befindlichen leuchtenden Wände, in ihrer Sortierung angestiegen an die Farben der jeweiligen farblich gestalteten Bahnsteige, markieren den Übergang der beiden Welten U-Bahnlinien A und B. Sie bilden so intuitiv erfassbare Orientierungshilfen auf dem Weg zu den Bahnsteigen bzw. den Ausgängen.

Stefan Hoderlein