< zurück Wettbewerb 5: U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum  
 

 

Sabine Hornig

U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum, München

Die großen Flächen in der U-Bahn werden zu ganzflächigen Fensterfassaden gestaltet, welche einerseits die Wandflächen räumlich als Gebäudekörper definieren, die ihnen eine skulpturale Präsenz gibt. Anderseits sind sie durch Ausblicke/Einblicke durchbrochen, in eine realistisch-künstlich wirkende Landschaft und in Fenster/Schaufenster, in denen sich die Stadtlandschaft spiegelt.

Die grob gerasterten Bilder sollen Motive aus München und der Umgebung zeigen. So werden die Bilder aus der unmittelbaren Nähe und aus der Ferne nur abstrakt gesehen, und nur in bestimmten mittleren Distanzen realistisch erkannt. Dieser Effekt thematisiert das Betrachten „im Vorbeigehen", ein Betrachten in der Bewegung, der Erfahrung in der U-Bahn angemessen. Hinzu kommt, dass sich das Bild sich erst in der Bewegung erschließt.
Zusätzlich ergibt sich durch die technisch notwendigen Fugen der Glasfläche eine Gliederung der Fassaden, der Fenstereffekt wird unterstrichen, da die Fugen scheinbar vor den Bildern stehen.

Die Ausblicke in den Wald sind Bilder von Dickicht, Dunkelheit mit einigen Lichtern und starken verschiedenen Farben. Sie gehen auf kontrastierende Weise der Tunnelerfahrung in der U-Bahn nach und thematisieren das Bild der Wildnis und den Naturbegriff des „Außen", als Gegenteil zum geplanten Verkehrsnetz und der Pragmatik des Einkaufszentrums einerseits, andererseits auch in den angelegten, gezähmtem Pflanzen des Innenraums, die darin Warencharakter erhalten.
Auch die Schaufenster bewegen sich zwischen Realismus und Abstraktion. Durch ihre Leere wird ein Potential des Austauschen zwischen Innen und Außen zeitlos projiziert. Der Blick in die „angeschnittenen Innenräume" , die die Schaufenster von Außen gesehen sind, da sie leer sind: noch nicht gefüllt, oder ausgeräumt, aber dennoch Schaufenster -, reflektieren sie auf ihren Scheiben umso mehr das konzentrierte Bild der Umgebung, das sich in ihrem Innenraum spiegelt.
Das Thema des Innen und Außen, in der U-Bahn extrem als Kontrast erlebt, verbindet inhaltlich und formal die Motive der Fenster mit denen der Wandbilder.

Sabine Hornig