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Barbara Probst

Wettbewerb Kunst am Bau in der neuen KFZ-Zulassungsstelle, München 2000

Idee
Die drei architektonisch identischen Stockwerke des Gebäudes (1.,2. und 3. OG), in denen sich die Wartezonen befinden, werden farblich kodiert. Dem ersten OG wird blau zugeteilt, dem zweiten OG rot und dem dritten OG grün. Dem Kunden der Zulassungsstelle wird damit ein Orientierungssystem angeboten, das auch in das vorhandene Leitsystem (z.B. Computerprogramm) übernommen werden kann. Dabei werden jeweils die nördlichen Glaswände in den Wartezonen mit Farbe versehen.

Darüber hinaus werden 13 Seriennamen von Kraftfahrzeugen und Motorrädern von unterschiedlichen Marken und aus unterschiedlichen Jahrzehnten als transparente Figuren im farbigen Grund verwendet. Die Namen sind so gewählt, dass sie keine von den Namensgebern der Autofirmen erdachten Phantasienamen sind, sondern aus anderen Kontexten übernommen sind und so doppeldeutig als Autoseriennamen und als Gegenstand, bzw. abstrakter Begriff existieren.

Realisierung und Wirkung
Die Farbflächen werden im Siebdruckverfahren auf das Glas appliziert. Hierbei wird immer die Glasseite der Wartezone bedruckt.

Die Buchstaben reichen von Unterkante bis Oberkante Glas. Durch die sich ergebende Größe der Buchstaben werden ganze Farbflächen ausgeschnitten und zueinander in Beziehung gesetzt. Die Farbflächen sowie die transparenten Buchstaben werden zu Figuren. Der gewählte Schrifttyp Futura verstärkt das Figurative der Schrift, da die Futura-Buchstaben aus einfachen geometrischen Formen, wie Kreis und Quadrat entwickelt sind.

Diese grafische Wirkung der Schrift macht die Negativschrift auf der Seite der Büros möglich, die ein Innen und Außen definiert bzw. umkehrt. Die Büros, die die Negativschrift erhalten, werden als Außen definiert, die Wartezonen als innen. Die Farbflächen bieten eine Abschirmung und Trennung von Büro und Wartzone, die aber aufgrund der Durchblicke durch die Seriennamen nicht vollkommen vollzogen ist.

Aus weiterer Distanz, z.B. von den Wartebänken aus oder von der Treppe kommend kann der Benutzer die Namen lesen. Wie von den Namensgebern beabsichtigt, sollen diese in poetischer Weise Lebenswünsche und –ideal konnotieren, um damit ganz funktional und marktstrategisch das Image der Fahrzeugbesitzer zu produzieren.

Barbara Probst